Seniorin die auf einem bett stzt und mit jemanden anderen der mit klemmbrett vor ihr steht spricht

Der MDK kommt: Diese 3 Fehler kosten Sie oft den Pflegegrad (und bares Geld)

Der Termin steht: Der Medizinische Dienst (MD) hat sich angekündigt, um zu prüfen, ob ein Pflegegrad vorliegt. Bei vielen Senioren und Angehörigen bricht Panik aus. Die Wohnung wird geputzt, Kuchen gekauft, man will einen „guten Eindruck“ machen.

Stopp! Genau das ist der Fehler. Der Gutachter kommt nicht zum Kaffeekränzchen. Er soll feststellen, wie unselbstständig der Betroffene ist. Wer sich „zu gut“ präsentiert, bekommt am Ende oft eine Ablehnung – und verliert tausende Euro Pflegegeld pro Jahr.

Vermeiden Sie diese 3 typischen Fehler, um eine faire Einstufung zu erhalten:

Fehler 1: Der „Sonntags-Modus“ (Den Helden spielen)

Es ist menschlich: Niemand gibt gerne zu, dass er Hilfe beim Waschen braucht oder den Weg zur Toilette nicht mehr rechtzeitig schafft. Besonders gegenüber Fremden reißen sich viele Senioren zusammen. Da wird dem Gutachter stolz erzählt: „Ach, das Waschen geht schon noch alleine!“ – obwohl die Tochter jeden Morgen eine Stunde im Bad hilft.

Die Lösung: Seien Sie ehrlich, auch wenn es weh tut. Es geht nicht um Stolz, sondern um Hilfe. Beschreiben Sie nicht die „guten Tage“, sondern die schlechten Tage. Wenn das Waschen nur mit Pausen und Schmerzen geht, dann sagen Sie das genau so.

Fehler 2: Vorführungseffekte zulassen

Der Gutachter fragt vielleicht: „Können Sie die Arme heben?“ oder „Gehen Sie mal ein paar Schritte.“ Aus Adrenalin und Anstand mobilisieren viele Senioren ihre letzten Reserven und führen die Bewegung aus – auch wenn sie danach vor Schmerzen kaum noch sitzen können.

Die Lösung: Machen Sie nichts, was Sie im Alltag nicht auch schmerzfrei und sicher können. Wenn Sie normalerweise einen Rollator brauchen, nutzen Sie ihn auch beim Termin! Wenn eine Bewegung weh tut, brechen Sie ab und sagen Sie: „Hier geht es nicht weiter.“

Fehler 3: Fehlende Dokumentation

Der Gutachter hat wenig Zeit (oft nur 45-60 Minuten). Wenn er fragt „Wie oft passiert das in der Nacht?“ und Sie antworten „Och, ab und zu…“, ist das zu ungenau. Das wird oft nicht gewertet.

Die Lösung: Führen Sie 1-2 Wochen vor dem Termin ein Pflegetagebuch*. Schreiben Sie genau auf:

  • Wie oft mussten Sie nachts raus?
  • Wie lange hat das Anziehen gedauert?
  • Wobei musste geholfen werden (Essen schneiden, Treppensteigen)? Legen Sie auch Arztberichte und Medikamentenpläne griffbereit auf den Tisch. Fakten zählen mehr als Erzählungen.


Fazit: Ehrlichkeit siegt

Verstellen Sie sich nicht. Eine Pflegebegutachtung ist eine Bestandsaufnahme Ihrer Einschränkungen. Nur wer diese offen zeigt, bekommt die Hilfe, die ihm gesetzlich zusteht.

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