Der Hausnotruf: Warum er dich dank Pflegegrad 0 Euro kosten muss
Jeder kennt ihn, viele scheuen ihn: Den roten Knopf am Handgelenk. Sätze wie „So alt bin ich doch noch nicht!“ oder „Das ist mir zu teuer!“ hören wir jeden Tag. Doch hier ist die Wahrheit, die dir viele Anbieter erst im Kleingedruckten verraten:
Wenn du oder dein Angehöriger einen Pflegegrad (schon ab Grad 1!) hat, ist dieser Knopf in der Basis-Version für dich kostenlos.
Die 25,50 Euro Pauschale der Pflegekasse
Das Zauberwort heißt „Technische Pflegehilfsmittel“. Die Pflegekasse zahlt monatlich eine Pauschale von 25,50 €, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
- Es liegt ein Pflegegrad (1–5) vor.
- Der Pflegebedürftige lebt allein oder ist über weite Teile des Tages allein.
- Ein herkömmliches Telefon kann im Notfall nicht bedient werden.
Diese 25,50 € decken bei fast allen großen Anbietern (Johanniter, Malteser, Rotes Kreuz, private Dienste) die Grundgebühr komplett ab.
Achtung Kostenfalle: Der Fehler beim Vertrag
Viele Angehörige machen einen entscheidenden Fehler: Sie schließen erst einen privaten Vertrag ab und hoffen dann auf Erstattung. Falsch!
So machst du es richtig: Geh nicht in Vorleistung. Sag dem Anbieter beim Erstgespräch sofort diesen Satz:
„Ich habe einen Pflegegrad. Bitte rechnen Sie den Basis-Tarif direkt mit der Pflegekasse ab.“
Unterschreibe keinen Vertrag, der dich zu Zusatzleistungen (wie „Schlüsselservice“ oder „Mir-geht-es-gut-Taste“) verpflichtet, wenn du diese nicht ausdrücklich willst. Diese Extras musst du nämlich fast immer selbst zahlen.
Warum der Hausnotruf wichtig ist (Psychologie)
Es geht nicht nur um den Sturz. Es geht um deinen Schlaf als pflegender Angehöriger. Der Hausnotruf nimmt dir die ständige „Lausch-Angst“ („Ist es zu still drüben?“). Er ist deine Versicherung für die Nacht.
Fazit: Schenk der Kasse das Geld nicht!
Der Hausnotruf rettet im Ernstfall Leben und beruhigt im Alltag die Nerven. Dass die Pflegekasse ihn zahlt, ist dein gutes Recht. Hol dir den Antrag noch heute beim Anbieter deiner Wahl.
