P-Konto 2026: So schützen Sie Ihr Geld sicher vor Pfändung
Wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht oder die Bank plötzlich das Konto sperrt, bricht für viele die Welt zusammen. Aber Panik ist ein schlechter Ratgeber. Das P-Konto (Pfändungsschutzkonto) ist dein gesetzliches Recht, um dein Überleben zu sichern. Hier erfährst du ohne Beschönigung, was du jetzt wissen musst.
Was ist ein P-Konto überhaupt?
Ein P-Konto ist kein spezielles neues Konto, sondern eine Zusatzfunktion für dein ganz normales Girokonto. Es sorgt dafür, dass ein gesetzlich festgelegter Grundbetrag (das Existenzminimum) für dich verfügbar bleibt, selbst wenn eine Pfändung vorliegt. Aktuell liegt dieser Grundfreibetrag bei 1.559,99 € pro Kalendermonat (Stand 2026). Alles, was unter dieser Grenze liegt, darf die Bank nicht an deine Gläubiger auszahlen.
Wie und wo bekomme ich es?
Du musst nicht zu einer speziellen Bank gehen. Jede Bank oder Sparkasse, bei der du bereits ein Girokonto hast, ist gesetzlich verpflichtet, dieses auf Verlangen in ein P-Konto umzuwandeln.
- Der Antrag: Ein formloser Antrag bei deiner Bank reicht aus.
- Die Frist: Die Bank muss die Umwandlung innerhalb von 4 Geschäftstagen vollziehen.
- Wichtig: Du darfst nur ein einziges P-Konto besitzen. Wer schummelt, riskiert den kompletten Pfändungsschutz.
Die Vorteile: Warum du es brauchst
- Sicherheit: Deine Miete, Strom und Lebensmittel sind gesichert. Das Geld bis zum Freibetrag von 1.559,99 € gehört dir.
- Lastschriften laufen weiter: Solange Deckung im Rahmen des Freibetrags vorhanden ist, werden wichtige Zahlungen nicht einfach zurückgebucht.
- Automatischer Schutz: Du musst nicht bei jeder neuen Pfändung zum Amtsgericht rennen; der Grundfreibetrag steht monatlich automatisch fest.
Die Nachteile: Die bittere Wahrheit
Ein P-Konto ist kein „Gratis-Pass“. Es hat Konsequenzen, die du kennen musst:
- Schufa-Eintrag: Die Umwandlung wird der Schufa gemeldet. Das ist kein Weltuntergang, aber deine Kreditwürdigkeit ist damit erst einmal am Boden.
- Kein Dispo mehr: Überziehungskredite werden sofort gekündigt. Du lebst nur noch von dem, was wirklich auf dem Konto drauf ist.
- Höhere Gebühren: Viele Banken lassen sich den Aufwand teuer bezahlen und verlangen höhere monatliche Kontoführungsgebühren.
- Eingeschränkte Karten: Echte Kreditkarten werden oft eingezogen und gegen einfache Debit- oder Prepaid-Karten getauscht.
Was du unbedingt wissen musst (Die Insider-Infos)
- Erhöhung des Freibetrags: Wenn du Unterhalt für Kinder zahlst oder eben Pflegegeld erhältst, steht dir mehr als der Grundbetrag zu.
- Die Bescheinigung (S2410): Um den Freibetrag zu erhöhen, brauchst du eine offizielle Bescheinigung (z. B. von der Pflegekasse, dem Arbeitgeber, einem Anwalt oder einer Schuldnerberatung). Ohne dieses Papier gibt die Bank keinen Cent über dem Grundbetrag frei.
- Anspar-Regel: Du darfst Guthaben in den nächsten Monat übertragen, aber Vorsicht: Wenn du über Monate zu viel ansammelst, kann der Schutz irgendwann erlöschen.
Fazit: Wahrheit Pur
Das P-Konto ist kein Statussymbol, sondern ein Überlebenswerkzeug. Wer Schulden hat, sollte nicht warten, bis die erste Pfändung einschlägt. Die Umwandlung ist dein Schutzschild gegen die totale finanzielle Handlungsunfähigkeit. Es schränkt dein Leben ein (Schufa, kein Dispo), aber es bewahrt dich vor der Obdachlosigkeit und dem Hunger.
